Japan ist schon vorbei und wie es so ist, im normalen Leben hat man wieder keine Zeit mehr fürs Schreiben , warum eigentlich ? Ein paar Dinge muss ich trotzdem noch festhalten, um die Geschichte zu Ende zu erzählen und immerhin Endet die Reise doch noch mit einem Abenteuer :-), aber erstmal der Reihe nach…
Die letzten Tage in Ito sind vorbei, wir checken aus dem super Ryokan Hostel aus. Für jeden Japan Reisenden fast ein muss dort hinzufahren. Das Hostel hieß “K´s House” und ihr solltet 3-4 Tage bleiben. Allein um die Strände und nicht weit entfernten, felsigen Klippen in Iyougasaki zu besuchen , Bilder sagen hier mehr als 1000 Worte.
Von Ito gehts weiter nach Himeji. Dort steht das Schloss in dem The “Last Samurai” gedreht wurde. Länger als nen Stop um das weiße Castel anzusehen sollte man nicht bleiben. Wir sitzen jedoch 2 Tage dort fest. Ein Taifun zieht komplett über die Hauptinsel Japans. Im Sturmzentrum wurden 100000 Japaner aus ihren Häusern Zwangsevakuiert. Im Supermarkt werden durchsagen deswegen gemacht. Wir warten auf den Sturm. Obwohl wir 70 km entfernt sind Regnet es ordentlich und windet. Ein kompletter Tag im Bett verbringen hat auch was ![]()
Abends gehn wir echt “gut” essen beim Italiener. Meine Pizza ist anstelle von Tomatensoße mit ganzen Zitronenscheiben ohne Schale belegt, mit Käse überbacken und in der Mitte mit fritierten Hühnchen bestückt. Die anderen Pizzen sind ähnlich abgefahren. Ausserdem, wer kennt es nicht, gibts als Beilage das traditionell Italienische “Longo Baguetto”. Ein Kräuterbutterbaguett im Masskrug aus Plastik nur anstelle von Kräuterbutter ist Pudding, Fischpaste, Apfelstrudel oder Pesto drin. So abartig wie es sich anhört, das mit Pudding ist das Beste!
Die letzten Tage verbringen wir in Kyoto. Das spirituelle Zentrum Japans. Hier ist richtig viel los… lange Schlagen vor den Bussen und die Busse selbst, so voll, dass man grad noch atmen kann. Wer hier zen-artige Ruhe im Tempel sucht, braucht extremes Glück und sollte gegen Ende des Tages kommen. Wir besichtigen den goldenen und silbernen Tempel, die 1000 Schreintore einen atemberaubenden Bambuswald und ein Berg auf dem Affen leben, die man füttern kann. Viel zuviel Besichtigung in zu kurzer Zeit , aber missen möcht ich keinen der gesehenen Orte. Ein Highlight war noch das Mangamuseum. Dort sitzt ab 11 Uhr eine Zeichnerin die Porträts im Mangastiel anfertigt. Man sollt ab 11 Uhr da sein sonst ist die Wartezeit sehr lang. Wir schaffen es sogar noch die letzten Tage zum Karaoke, Yakiniku essen und noch ins Pokemonzenter ![]()
Der letzte Tag – endlich ein wenig Abenteuer ![]()
Unser Flieger startet in Osaka, darum wollen wir die letzte Nacht dort verbringen. Zwei Wochen zuvor haben wir hier Paul aufgelesen und seine anderen Taschen, in der über Airbnb gebuchten Unterkunft deponiert. Wir waren also schon Mal da und haben mit der Vermieterin gesprochen. Als wir am frühen Abend dort ankommen steht Pauls Gepäck im Treppenhaus vor der Tür. Die Vermieterin ist nicht erreichbar und hat sich nicht gemeldet, seit wir einen Tag zuvor mehrfach versucht haben sie zu erreichen. Der Haustürschlüssel der eigentlich im Briefkasten mit Zahlenschloss hinterlegt sein sollte, ist leer. Besser gesagt voller alter Post aber ohne Schlüssel. Wir sind ratlos. Sollen wir ein Hotel suchen? Die Haustür befindet sich im ersten Stock, ein kleines Treppenhaus führt nach oben. Christian steht noch an der Tür und klopft , niemand öffnet. Oben brennt Licht und zwei kleine Hunde bellen mit ihren piepsigen Stimmen. Immer noch vor der Tür stehend fällt ihm ein Bild neben dem Eingang auf. Es ist schief. Er rückt es gerade und siehe da, dahinter versteckt sich ein zwei Fäuste großes Loch in der Wand, durch welches man Greifen kann um die Tür von innen zu öffnen. Den Schock erstmal überwunden, “brechen” wir kurzerhand ein. Wir haben ja gebucht. Wir lassen unser Gepäck im inneren Treppenhaus stehen, sperren die Tür wieder zu und hinterlassen einen Zettel, dass die Vermieterin sich bei uns melden soll. Wir gehn erstmal Essen, der ganze Trubel zehrt gewaltig an den Nerven und ein Bier hilft darüber zu lachen. Als wir wieder kommen hat tatsächlich jemand auf unseren Zettel gekritzelt. “Hello we are your Flatmates, call us and we will inform you about the situation. tel:…” . Ok das war unerwartet . “We will inform you about the situation…” Mittlerweile haben wir schon wüste Theorien gesponnen. Die Frau wurd überfallen oder liegt Tod in der Wohnung oder musste aus dem Land flüchten. Wir rufen gespannt die hinterlassene Nummer an. Nach 10 min kommt eine 4 Kopfige italienische Familie. Sie sehen ähnlich erledigt aus wie wir. Sie klären uns auf. Sie haben ebenfalls die Unterkunft gebucht… für 3 Übernachtungen und sind einen Tag vor uns angekommen. Selbe Situation , niemand da, aber der Schlüssel im Briefkasten. Sie waren bei der Polizei, welcher das ultra unangenehm war. Die haben sich tausend Mal Entschuldigt und in Japan würde das normal nie vorkommen, jaja… Naja , die Polizei weiß auch nicht was los ist, anscheinend liegt die Frau im Krankenhaus. Tagsüber kommt ein Mädchen das die Hunde versorgt, sie kennt aber weder die Person die hier Wohnt noch weiß sie, dass das Haus vermietet wird. Sie sagt es gehöre ihrer Oma und sie wohnte mal im Kinderzimmer oben. Mehr konnten die Italiener auch nicht erfahren. Als sie das Haus betreten haben, war der Raum mit den Hunden überall voll geschissen. Die Hunde waren eher unterversorgt und haben gezittert. Auf dem Wohnzimmertisch lag ein IPad und Kreditkarten. Von der Vermieterin keine Spur. Das Haus hat 3 Stockwerke, im untersten ist die italiensche Familie eingezogen. wir haben die oberen beiden belegt. Es gab nur eine Dusche für das ganze Haus. Alles sehr sehr eigenartig. Wir haben notdürftig auf Futons ohne Decken geschlafen, war eh die letzte Nacht und wir mussten um halb 5 aufstehen um den Flieger zu erreichen. Das einzig Gute war, im obersten Stock stand ein super tolles Klavier , auf dem ich ne Zeit lang spielen konnt. Ich bin irgendwie Happy, das ist genau die Art von Abenteuer, die man viel öfter erlebt, wenn man nicht alles bucht und einem mit Geschichten beschenkt die man nicht mehr vergisst :-).
Japan erfolgreich abgeschlossen.
Arigato Gozaimasu — Good bye!



































